04. Februar 2025 Zwickau: Wahlforum des DGB
Von Patrick Leonhardt
Heute lud der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Südwestsachsen zum Wahlforum ins neue Gewerkschaftshaus bei der Peter-Breuer-Straße in Zwickau ein. Moderiert wurde die Veranstaltung von Ralf Hron, Regionsgeschäftsführer des DGB Südwestsachsen.
Im Podium vertreten waren: Patrick Leonhardt (Die Linke), Jörg Banitz (Bündnis 90/Die Grünen), Jens Juraschka (SPD), Carsten Körber (CDU), Nicole Tippelt (FDP) und Heiko Döhler (BSW).
Arbeitsmarkt, Mindestlohn und Tarifbindung
Ein zentrales Thema war die soziale Gerechtigkeit und die Situation der Beschäftigten in Sachsen. Ich betonte die Notwendigkeit fairer Löhne und einer stärkeren Flächendeckung der Tarifbindung. Zudem forderte ich mehr gemeinsame Entwicklungs- und Forschungsprojekte zwischen Staat, Universitäten, Fachhochschulen und Unternehmen, um Innovation und gute Arbeit langfristig zu sichern.
Unterstützung für diese Position gab es von Jörg Banitz (Grüne), Heiko Döhler (BSW) und Jens Juraschka (SPD). Letzterer unterstrich die Bedeutung einer Erhöhung des Mindestlohns mit den Worten: „Der Mindestlohn ist das Minimum zum Leben und muss erhöht werden.“
Andere Kandidierende hatten hierzu eine abweichende Meinung: Carsten Körber (CDU) argumentierte: „Wir haben eine Tarifautonomie und eine Mindestlohnkommission. Mehr Eingriff sollte es nicht geben.“
Nicole Tippelt (FDP) sprach sich für weniger Regulierung aus: „Der Markt muss entfesselt werden.“
Transformation: Mehr als nur ein Umbau der Industrie
Ein weiteres zentrales Thema war die Transformation der sächsischen Wirtschaft, insbesondere in Zwickau. Ich stellte klar: „Wir haben kein Wissensproblem, wir haben ein Umsetzungsproblem.“ Zwickau sowie Sachsen verfügt über enormes Know-how, doch es fehlt an einer gezielten und nachhaltigen Umsetzung.
Ich betonte, dass Transformation nicht nur einen industriellen Wandel, sondern auch soziale, kulturelle und ökologische Veränderungen umfassen muss. Eine moderne Wirtschaftspolitik muss nicht nur Arbeitsplätze sichern, sondern auch die Lebensqualität der Menschen verbessern.
Deshalb forderte ich eine gezielte Förderung für Entwicklung und Vertrieb, die jedoch an Zukunftsfähigkeit gebunden sein muss. Unternehmen dürfen nicht nach Auslaufen der Fördergelder abwandern, sondern müssen nachhaltige Strukturen in der Region aufbauen.
Konstruktive Debatte ohne die AfD
Die Diskussion verlief insgesamt sachlich und konstruktiv. Auffällig war, dass ohne die AfD eine echte inhaltliche Debatte möglich war: ein Beweis dafür, dass Politik auch lösungsorientiert und respektvoll geführt werden kann.
Alle Kandidierenden konnten ihre Erfahrungen aus der parlamentarischen Arbeit im Bund, Landes, Kreis- und / oder Stadtrat sowie aus ihrem Berufsleben einbringen, was zu einer inhaltlich fundierten Debatte beitrug.
Dank der souveränen und strukturierten Moderation von Ralf Hron konnte ein fairer und produktiver Austausch stattfinden, bei dem alle Positionen gehört wurden.
Fazit: Ein klares Signal für soziale Gerechtigkeit und Innovation
Das Wahlforum machte deutlich: Die Menschen in Zwickau erwarten eine Politik, die soziale Gerechtigkeit, wirtschaftliche Innovation und nachhaltige Entwicklung ernst nimmt.
»Ich werde mich weiterhin mit voller Kraft für faire Löhne, mehr soziale Sicherheit und eine echte Zukunftsperspektive für unsere Region einsetzen.«
© der Bilder: DGB Südwestsachsen. Mit freundlicher Genehmigung.